Gestaltung bei Firmenwagen

Das Ansinnen eines Arbeitgebers seinem Arbeitnehmer etwas Gutes zukommen zu lassen, kann tatsächlich Wirklichkeit werden, ohne dass die kalte Progression der Lohnsteuer eine kühle Brise über die Freude des Arbeitnehmers weht. Es geht auch anders. Machen Sie sich das Reisekostenrecht zu Nutze.

Seit dem 01.01.2014 wurde das Reisekostenrecht geändert. Seit dem gelten neue Sätze. Die Höchstbeträge bei auswärtiger beruflicher Tätigkeit betragen 24 Euro bei Abwesenheitszeiten von 24 Stunden, 12 Euro für den An- und Abreisetag und 12 Euro für Abwesenheitszeiten von mehr als 8 Stunden.

Diese Pauschbeträge dürfen dem Arbeitnehmer vom Arbeitgeber steuerfrei erstattet werden. An dieser Stelle muss die Freude nicht enden. Der Gesetzgeber hat dem Arbeitgeber die Möglichkeit geschaffen, dem Arbeitnehmer eine weitere Erstattung von bis zu 100 % der Höchstbeträge zukommen zu lassen. Der Arbeitgeber kann die erweiterten Erstattungsbeträge mit der pauschalen Lohnsteuer in Höhe von 25% gem. R 40.2 Abs. 1 Nr. 4 LStR besteuern. Mit der pauschalen Besteuerung gilt die Besteuerung als abgegolten und selbst die Sozialversicherung hat an dieser Stelle kein Zugriffsrecht mehr. Die Erstattungsbeträge sind sozialversicherungsfrei.

Aber Achtung: die Möglichkeit der Pauschalbesteuerung bei Höhererstattungen bis zu 100% gelten nicht für die Erstattung von Verpflegungsmehraufwendungen, die im Rahmen der doppelten Haushaltsführung begründet werden.

Eine Erstattung dieser Aufwendungen für Verpflegung ist nicht immer vom Arbeitgeber gewollt. Eine Auszahlung ist jedoch bei der von uns gewählten Gestaltung nicht notwendig.

Beispiel:

Sie stellen Ihrem Außendienstmitarbeiter ein Fahrzeug mit einem Neuwert (Listenanschaffungskaufpreis) in Höhe von 36.000,00 € gegen Vereinbarung eines Nutzungsentgeltes zur Verfügung. Die Fahrzeuggestellung führt in der Regel (ohne Fahrtenbuch) zu einer Besteuerung nach der 1%- Regelung, Der Arbeitnehmer ist mindestens 15 Tage über acht Stunden im Monat auswärtig tätig. Die Mehraufwendungen für Verpflegung wurden bisher nicht vom Arbeitgeber erstattet und werden in ein Nutzungsentgelt umgewandelt. Die Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte haben jeweils eine Entfernung von 10 KM.

Das vereinbarte Nutzungsentgelt in Höhe der steuerfrei und pauschal besteuerten Verpflegungsmehraufwendungen in Höhe von 15 Arbeitstagen x 24,00 €  = 360,00 € mindert die Bemessungsgrundlage (Listenanschaffungskaufpreis) für die Berechnung nach der 1%-Regelung. Dabei werden kalendertäglich 12,00 € steuerfrei und 12,00 € vom Arbeitgeber pauschal besteuert und angerechnet. Ein Sachbezug ist nicht zu versteuern, da das vereinbarte Nutzungsentgelt in Höhe von 360,00 €  1% des Listenanschaffungskaufpreises (1% x 36.000,00 €) entspricht.

Die Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte müssen mit 0,03% vom Listenanschaffungskaufpreis x Entfernungskilometer versteuert werden. Dies entspricht einem Ansatz von 36.000,00 € x 0,03% x 10 KM = 108,00 €. 

An dieser Stelle sind die Möglichkeiten noch nicht ausgeschöpft. Fahrten zwischen Wohnung- und Arbeitsstätte können mit 0,30 € pro Entfernungskilometer x der Anzahl der Arbeitstage (bitte hier die tatsächlichen Arbeitstage des Arbeitnehmers im jeweiligen Monat zum Ansatz bringen) erstattet werden. Der sich daraus ergebende Lohnbestandteil kann mit 15% pauschal besteuert werden. Die Erstattung ist sozialversicherungsfrei.

Bei durchschnittlich 20 Arbeitstagen im Monat kann der Arbeitgeber 20 x 10 KM x 0,3 € = 60,00 € pauschal besteuern. Dieser Anteil mindert den steuer- und sozialversicherungspflichtigen Lohnbestandteil in Höhe von 108,00 €. Es verbleibt ein steuer- und sozialversicherungspflichtiger Anteil von 48,00 € für den Arbeitnehmer.

Der Arbeitgeber spart in unserem Beispiel rund 84,00 € ((360,00 € + 60 €) x 20%) Sozialversicherungsbeiträge und zahlt 39,00 € (120,00 € x 25% + 60,00 € x 15%) mehr Lohnsteuer.

Der Arbeitnehmer spart ca. 84,00 € Sozialversicherungsbeiträge und bei einem unterstellten individuellen Steuersatz von 35% ca. 147,00 € Lohnsteuer (420,00 € x 35%) monatlich. Die jährliche Ersparnis beträgt somit 231,00 € x 12 = 2.772,00 €. Die kalte Progression hat keine Chance!!!

Allerdings ist zu berücksichtigen, dass ein Werbungskostenabzug für die Mehraufwendungen für Verpflegung und die Fahrtkosten für die Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte beim Arbeitnehmer ausscheidet. Der Steuervorteil reduziert sich dadurch beim Arbeitnehmer  in Höhe von (2.160,00 € (M.f.V. steuerfrei) + 720,00 € (Fahrten zwischen Whg./Ast) abzüglich 1.000,00 € (Arbeitnehmerpauschbetrag)) x 35% = 658,00 €.

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Bernd Hage
Peter Hoffmann
Karen Sinne

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